Die Sternwarte

Als wir, meine Familie und Ich, 1999 einen Anbau an unser Haus planten, bestand endlich die Möglichkeit meinen Wunsch einer eigenen fest installierten Sternwarte in die Realität umzusetzen. Mein bisheriger Beobachtungsplatz, eine Säule im Garten, war auf Dauer eine recht unbefriedigende Lösung.  Um dem stetigen Baumwachstum unserer und Nachbars Gehölze Rechnung zu tragen planten wir den Beobachtungsplatz im 1. Stock. Der darunter liegende Raum sollte der Aufnahme von Gartenmöbeln, Vorräten und letztendlich Versorgungsleitungen für die darüber befindlichen Sternwarte dienen. Der Zugang zum Beobachtungsraum wurde durch einen Wanddurchbruch im 1. Stock, direkt aus dem Treppenhaus realisiert. Wie sich nachher herausstellte eine ungemein bequeme Lösung. Vom Teleskop bis ins Bett sind es nur 10 Meter !!. Das Bild unten zeigt den neuen Anbau an das bestehende Wohnhaus kurz nach Fertigstellung der Bauarbeiten..

 

 

Das Dach wurde als ineinander schiebbare Lösung ausgeführt. Das heisst zwei Dachfelder werden nach dem Prinzip den Autoschiebedaches unter ein drittes Dachelement geschoben. da die Dachneigung ca 30 Grad beträgt lässt sich eine solche Lösung bequem mittels eines elektrischen Flaschenzuges verwirklichen. Das schliessen erfolgt unter Ausnutzung der Schwerkraft indem sich die Dachfelder bei nachlassen des Flaschenzugseiles auf den geneigten Laufschienen bis zum Anschlag nach unten bewegen. Bild rechts während der Montage. Die Teleskopsäule ist als monolithische 50cm Durchmesser messende Betonsäule auf separatem entkoppeltem Beton- Fundament ausgeführt. Die Gesamtlänge beträgt ca. 4Meter. Im Innern der Säule sind Leerrohre für die Spannungsversorgung (12 V/30V/ 220V) sowie die Leitungen für die Wasserkühlung der CCD Kamera (siehe Megatek) eingelassen. Die Leerrohre münden im “Technikraum” unter der Sternwarte, Von hier aus führen die Kühlleitungen zum aussen an der angebrachten Wasserkühler. Als Hauptinstrument der Sternwarte dient ein Cassegrain (Hypergraph) mit 14” Hauptspiegeldurchmesser und 3050mm Brennweite. Daneben befindet sich auf der sehr Stabilen Sideres 85 Montierung ein 4” Fluorite-Apo der Fa. Takahashi. Zum Zentrieren der Objekte wird neben dem 8x50 Sucher ein Televue Pronto (70mm/480mm) im Wechsel mit einem Vixen 80 L (80mm/1200mm) verwendet. Die Montierung wird von einer FS 2 von Michael Koch angesteuert. Zur Nachführung bei langbelichteten Astroaufnahmen steht eine SBig ST 4 zur Verfügung. Das Komplette Teleskop ist vom Arbeitsplatz über Guide fernsteuerbar. Zusätzlich besteht zum, im Büro stehenden Computer eine Netzwerkverbindung. Das hat den Vorteil das man während der Belichtung nicht im  Sternwartenraum anwesend sein muss. Dadurch verbessert sich das Seeing deutlich. Die oben beschriebene Konfiguration erlaubt auch die Ausnutzung kleinerer  Wolken- lücken. Die gesamte Sternwarte ist praktisch mit dem Hochfahren des PC und öffnen des Dachs einsatzbereit. Ein Vorteil den ich nicht mehr missen möchte. Die hervorragende Steuersoftware AMT 2.0 von Thomas Michna erlaubt mit obiger Konfiguration Serienaufnahmen ohne das man persönlich anwesend sein muss. Nach Abschluss der Serie wir die Kamerakühlung stufenweise ausgeschaltet und der PC runtergefahren. Das Teleskop kann in Parkstellung gefahren werden.  .

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